Tief im Westen – Port d’Andratx
Port d’Andratx ist sicher kein Ort für den Massentourismus. Dafür fehlen dem Ort wesentliche Attraktionen, die andere Regionen Mallorcas wie Paguera aufbieten, um Reisende in ihre Hotelanlagen zu locken. So kann Port d’Andratx nur mit einem vergleichsweise kurzen Stück Badestrand aufwarten, da Großteile der Küstenregion für den Hafen verwendet wurden. Doch diesem ungeachtet kann der Ort mit dem für Deutsche auf den ersten Versuch schwer auszusprechenden Namen (gesprochen “Andratsch”) dennoch auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken, die auch mit dem Tourismus und den Touristen verbunden ist. In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurde deutlich sichtbar in dem Ort gebaut, wenngleich viele der nahe am Wasser gelegenen Villen und Liegenschaften wohlhabenden Ausländern gehören, die eben genau diese Ruhe und Beschaulichkeit an diesem Ort im äußersten Westen der Insel schätzen. So ist es nicht erstaunlich, dass ein erheblicher Teil der Einwohner von Port d’Andratx eingewanderte Ausländer sind. Die spanischen Behörden sprechen von fast 30 %, wovon Deutsche mit fast 12 % wiederum einen großen Anteil stellen. Da insgesamt nur knapp 3000 Menschen in dem Ort gemeldet sind, ist es also nicht so unwahrscheinlich, als Tourist auf Muttersprachler zu treffen.
Anders als in den Hochburgen des Nachtlebens wie Palma, Magaluf, El Arenal oder anderen Orten der Insel ist in Port d’Andratx vor allem Ruhe und Entspannung zu finden, sei es, indem man einen der acht umliegenden Berge mit einer Höhe von 319 bis 927 Metern erklimmt oder indem man in den um den Hafen platzierten Cafes und Bars gemütlich Kaffee oder Cocktails genießt. Auch kulturell bietet Port d’Andratx dem Besucher Beeindruckendes, etwa das ehemalige Kloster La Trapa, das fast 400 Meter über Meeresspiegel liegt und das vor knapp 200 Jahren von ausgewanderten Trappisten gegründet wurde. Diese konnten es allerdings nur ein Jahrzehnt nutzen bevor das Kloster von der damaligen Regierung geschlossen wurde.
Will man in Port d’Andratx seinen Mallorca-Urlaub verbringen, sollte man die Anmietung eines Leihwagens in Erwägung ziehen. Auch wenn der Ort von der Hauptstadt Palma aus gut mit dem örtlichen Busliniennetz angebunden ist, ist die Fahrzeit im Vergleich zum Auto lang. Mit dem Mietwagen kann man direkt über eine Schnellstraße die Strecke Palma – Port d’Andratx binnen einer halben Stunde zurücklegen.